Unsere Geschichte

1910  Firmengründung durch Aug. Wilh. Rudolph in Berlin

August Wilhelm Rudolph aus Ottmachau, Schlesien, ging als junger Mann nach Berlin. Er wurde Berufsradrennfahrer. Nach einem schweren Sturz mit Schädelbruch (1909) wurde ihm das Rennfahren untersagt. Einer seiner Freunde, wahrscheinlich Fritz Ebert aus Schöneberg, war damals „Bohner“. Das waren Leute, die, ausgerüstet mit Ziehklinge, Stahlspänen und Bohnerwachs, in den guten Wohnvierteln von Villa zu Villa gingen und das Abziehen der Parkettböden oder das mit Stahlspänen mit anschließendem Wachsen und Bohnern anboten. Er schloss sich dem Freund an. Mitunter waren auch kleine Reparaturen auszuführen und irgendwann auch Parkettneuverlegungen.

Längst schon verselbständigten sich die Parkettleger als Untergruppe innerhalb des Tischlerhandwerks. Eine Fachgruppe „Bohner“ wurde gegründet, dessen Obmann Aug. Wilh. Rudolph (ab 1930)  einige Jahre war; erst in Berlin, dann deutschlandweit. Der Betrieb entwickelte sich nach der Inflation kontinuierlich weiter und es wurden Mitarbeiter eingestellt. Hauptlieferant war die Parkettfabrik A. Schlawin, Stolp in Pommern. Als Lager hatte Aug. Wilh. Rudolph die Kellerräume des Hauses Südendstr. 15, in Berlin – Steglitz, gemietet, der Firmensitz war in Berlin – Mariendorf, Kaiserstr. Werkzeugtransport erfolgte durch die Mitarbeiter im Rucksack, der Materialtransport, meist ab dem der Baustelle nächstgelegenen Güterbahnhof mit einem Schiebekarren.  

Etwa 1931 trat die Tochter Hildegard Rudolph als Büroangestellte in die Firma ein. 1934 legte Aug. Wilh. Rudolph die Meisterprüfung in dem damals noch genannten „Tischler-Parkettlegerhandwerk“ ab. Innerhalb der Tischlerinnung wurde die Fachgruppe „Parkett“ gegründet. Auch dieser Fachgruppe stand Aug. Wilh. Rudolph einige Jahre vor.

1935 erwarb Aug. Wilh. Rudolph das Grundstück Breite Str. 39 in Berlin Steglitz von einer Erbengemeinschaft. Die damals bekannte Baufirma Andreas Doll baute das Gebäude um.  Aug. Wilh. Rudolph hatte mit der Firma Doll vereinbart, dass er die Kosten dafür mit Parkettarbeiten abbezahlt (Fa. Doll baute damals speziell Einfamilienhäuser in allen Baustilen, vorwiegend in Lichterfelde).

1936: Umzug nach Berlin – Steglitz, Breite Str. 39. Das 25. Geschäfts-Jubiläum wird gefeiert. Im selben Jahr heiratete Hildegard Rudolph den Bauschlosser Max Barth aus Nowawes (Babelsberg, heute Ortsteil von Potsdam). Max Barth war ein Neffe von Julius Jachmann aus Nowawes. Julius Jachmann war Parkettleger und ein Freund von Aug. Wilh. Rudolph und es steht zu vermuten, dass sie  Hildegard Rudolph und Max Barth miteinander bekannt gemacht haben. Max Barth sattelte um und wurde Parkettleger in der Firma.

1944 brannten das gesamte Lager, ein Nebengebäude des Hauses Breite Str. 39 und die hinter dem Haus befindliche Werkstatt bis auf die Grundmauern ab. Das Nachbarhaus (Breite Str. 38) brannte ebenfalls völlig aus. Das eigene Haus konnte nur gerettet werden, weil Aug. Wilh. Rudolph mit zwei älteren Untermietern das Übergreifen der Flammen verhinderte.

Kurz nach dem Krieg war die Nachfrage nach Parkettarbeiten wegen vielfältiger anderer Sorgen eher gering. Mit dem Vernageln von Fenstern mittels Sperrholz und ähnlichen Dienstleistungen wurde die harte Zeit überbrückt. Mit dem Aufschwung durch den Marschallplan ging es mit dem Betrieb auch allmählich wieder aufwärts.

Etwa 1948 wurde Aug. Wilh. Rudolph als Sachverständiger für das Parkettlegerhandwerk öffentlich bestellt und vereidigt. 1954 legte Max Barth die Meisterprüfung ab. Im selben Jahr trat sein ältester Sohn, Klaus-Jürgen Barth, als Lehrling in die Firma ein, 1957 bestand er die Gesellenprüfung. 1958 trat sein jüngster Sohn, Joachim Barth, ebenfalls als Lehrling ein. 1961 bestand er die Gesellenprüfung. Die Firma hatte zu der Zeit ca. 8 Mitarbeiter. 1958 wurde das erste Auto, ein Opel-Caravan, gekauft. Zum Hauptlieferanten wird die Parkettfabrik H. u. M. Plessmann aus Uslar / Solling.

1959 wurde Max Barth als Sachverständiger für das Parkettlegerhandwerk öffentlich bestellt und vereidigt.

1960:  Das 50. Jubiläum wird gefeiert. Nach dem Mauerbau 1961 bietet der Hauptlieferant Plessmann ein Grundstück im Solling zum Kauf an, weil er Berlin verloren glaubt. Am Morgen des 17. 12. 1961 starb Aug. Wilh. Rudolph. Am Abend zuvor fand eine Weihnachtsfeier mit allen Mitarbeitern statt.

Der erste nicht aus der Familie stammende Lehrling wird 1968 eingestellt. Im selben Jahr verunglückte Klaus-Jürgen Barth beim Tauchen in der Türkei tödlich.

1969 wird der erste Lieferwagen (VW-Transporter) gekauft. 1970 legt Joachim Barth die Meisterprüfung im Parkettlegerhandwerk ab. 1974 tritt Joachim Barth neben seinen Eltern als dritter Mitinhaber in die Firma ein. 1976 wird der zweite Lieferwagen gekauft. 1977 Kauf des 3. Lieferwagens. 1979 wird Joachim Barth für das Parkettlegerhandwerk öffentlich bestellt und vereidigt. 1979 verstirbt Max Barth nach langer schwerer Krankheit.

1984 verstirbt Hildegard Barth nach kurzer schwerer Krankheit, J. Barth ist Alleininhaber.

1985 Das 75. Jubiläum wird gefeiert. Aus diesem Anlass werden die Büroräume komplett renoviert. (Dabei werden Wandmalereien gefunden; ein Raum wird restauriert).

1985 Drei Familienmitglieder treten als Büroangestellte teilzeitbeschäftigt in die Firma ein.

1995 Thorsten Barth tritt als Lehrling ein

1998 Thorsten Barth besteht die Gesellenprüfung

2000 Die wirtschaftliche Situation (starke Konkurrenz von Billiganbietern, Preisdruck, rückläufige Bautätigkeit) zwingen erstmals seit den fünfziger Jahren Entlassungen vorzunehmen.

2002 Der Geselle Rudi Hartmann geht nach 42 jähriger Betriebszugehörigkeit in Rente

2006 Thorsten Barth, inzwischen Parkettlegermeister und Betriebswirt im Handwerk, übernimmt die Firma und wandelt sie in eine GmbH um.

2006 Der Geselle Klaus Stier geht nach 45 jähriger Betriebszugehörigkeit in Rente.

2006 Der Geselle (und ehemalige Lehrling) Michael Freidank arbeitet seit 20 Jahren im Betrieb.

2010 Firma Aug.Wilh.Rudolph besteht seit 100 Jahren.

2013 Der Betrieb zieht in die "alte Schlüterbackfabrik" nach Berlin-Schöneberg

2016 Der Geselle (und ehemalige Lehrling) Michael Freidank arbeitet seit 30 Jahren im Betrieb.